Beziehungssaboteure sind bewusste und unbewusste Verhaltensweisen, die das Gelingen einer glücklichen Beziehung verhindern.

Aus bisher unterschiedlichen Erfahrungen haben sich unsere Grundhaltung und Erwartungen an eine Beziehung geformt. Bereits mit unserer Geburt beginnen wir mit anderen Menschen Beziehungen zu knüpfen. Je nachdem, ob wir konstruktive oder destruktive Rückmeldungen über unsere Charaktereigenschaften in Bezug auf das Zusammenleben mit anderen erhalten haben, hat dies uns zu dem werden lassen, wie wir nun sind.

Doch jeder Tag in unserem Leben gibt uns die Möglichkeit unser Verhalten generell oder unsere unerwünschten Verhaltensmuster zu verändern. Klar, das erfordert Mut, Ehrlichkeit zu sich selbst, den Willen und Ausdauer. Doch es ist auch der Weg zu mehr Zufriedenheit und Erfüllung und weniger Kummer und Leid.

„Wird mein(e) Partner(in) für immer mit mir zusammen bleiben wollen?“

Sich dies ab und an zu fragen, ist völlig normal.
Sehr unsichere Personen leben jedoch in der ständigen Angst verlassen zu werden. Sie neigen zu Besitzgier und Eifersucht, sie haben das Bedürfnis nach ständiger Bestätigung durch den Partner.
Was am Anfang einer Beziehung sogar anziehend zu sein scheint, wird im weiteren Verlauf zu einer unlösbaren Herausforderung, da der „Retter“-Partner es leider kaum schaffen wird, den ängstlich unsicheren Menschen aus seinem andauernden Leidenszustand heraus zu trösten.

„Ich find dich toll, doch ich brauche ganz viel Freiraum.“

Solchen Menschen sind Sie sicherlich schon einmal begegnet oder haben von ihnen gehört.
Sie lassen sich auf jemanden ein, behalten sich jedoch immer eine Tür zur Flucht offen.
Zugegebenermaßen fürchtet sich jeder Mensch in gewissem Grade vor zu viel körperlicher oder emotionaler Nähe und damit vor der Aufgabe seiner selbst. Diese Angst umgeht man normalerweise, indem man seine Partnerschaft Schritt für Schritt aufbaut und die Balance zwischen Nähe und Distanz für beide Partner stimmig ausbalanciert. Bindungsscheue Menschen empfinden bei zu viel Nähe statt Euphorie eher Misstrauen und Angst und laufen lieber davon, als diese Empfindungen auszuhalten. Die Gründe für ein solches Verhalten sind vielfältig.

„Schenkt mir eure ungeteilte Aufmerksamkeit“

Menschen, die immer im Mittelpunkt stehen müssen, sind sehr geschickt darin, jede Unterhaltung auf sich zu lenken. Sie sind nicht in der Lage, sich während eines Gespräches länger zu konzentrieren, in dem es sich nicht um sie selbst dreht. Sie verlieren schnell das Interesse an ihrer Umgebung und sind an Meinungen und Gefühlen von anderen Menschen wenig interessiert. Selbst wenn sie zu ihrem Verhalten bereits Rückmeldungen erhalten haben, sind sie nicht in der Lage den Drang nach Aufmerksamkeit zu unterdrücken.
Eine echte Beziehung zu anderen Menschen wird so jedoch nicht entstehen können, da Nähe und das Verlangen nach stetiger Aufmerksamkeit sich gegenseitig ausschließen.
Man kann jedoch sein Verhalten verändern, in dem man lernt, das Rampenlicht zu teilen und ein guter Zuhörer zu werden.

„Ich bestimme, wo´s langgeht!“

Manche Menschen verspüren nicht nur den Drang andere zu kontrollieren, sondern sie fühlen sich gerade dazu verpflichtet. Sie glauben ernsthaft, dass einzig und allein sie alles richtig machen können. Zu Beginn einer Beziehung scheint ein kontrollierender Mensch sich perfekt um seinen Partner zu kümmern. Mit einer Selbstsicherheit und Leichtigkeit, mit der eine solche Person das Ruder in die Hand nimmt, möglicherweise noch gepaart mit Charme, Status und gutem Aussehen, üben sie eine signifikante Anziehung aus. Kontrolle und Dominanz liegen dabei eng beieinander. Alle Entscheidungen werden einseitig getroffen und ohne Wahlmöglichkeit präsentiert. Doch ab einem bestimmten Punkt sind manche Partner nicht länger bereit, Regeln zu befolgen, die nicht zur Diskussion stehen.
Die Fähigkeit, Entscheidungen zusammen zu treffen, ist ein essentieller Faktor für eine erfolgreiche Beziehung.
Sollte ein kontrollierender Partner seinen Zwang nicht abstellen können, geht es mit der Beziehung gewöhnlich bergab.

„Fordere mich heraus – ich werde gewinnen.“

In manchen Beziehungen herrscht ein ständiger Wettbewerb. Bei nahezu jeder Gelegenheit wird darum gekämpft, als Beste(r) aus der Situation zu gehen. Menschen, die zwanghaft gewinnen müssen, verwandeln sich schnell vom Freund zum Feind, wenn sie am Ende nicht triumphieren. Sie können nicht nachgeben und kämpfen so lange weiter, bis ihr Partner sich geschlagen gibt. Nach einem solchen Schlagabtausch verhalten sie sich, als wäre nichts geschehen und reagieren beleidigt, wenn ihr Partner wenig Interesse am Kontakt mit ihnen zeigt.
In Interaktionen, in der es immer einen Gewinner und einen Verlierer gibt, entstehen Wunden, die letztendlich die Liebe in jeder Beziehung zerstören werden.

„Das stimmt nicht! Das ist alles nicht wahr, was du sagst!“

Manche Menschen fühlen sich bei jeder Reaktion ihres Gegenüber so stark angegriffen, dass sie sofort ein abwehrendes Verhalten einnehmen. Sie beginnen sich zu rechtfertigen, bedienen sich an Ausreden oder beschuldigen den Partner dasselbe, nur noch viel schlimmer getan zu haben. Eine „normale“ Kommunikation mit einem chronisch destruktiven Menschen ist kaum möglich.
In einer funktionsfähigen Beziehung sind beide Partner jedoch in der Lage sich konstruktiv auszutauschen, auch heikle Themen anzusprechen und eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.
Sollte einer der Partner sich bei fast jeder Aussage kritisiert fühlen und sofort mit Verteidigung auf den vermeintlichen Angriff reagieren, dann haben wir es mit einem defensiven Beziehungssaboteur zu tun. Solche Personen akzeptieren keine Niederlagen und streiten sich so lange mit ihrem Partner, bis dieser nachgibt und sich auch irgendwann aus dieser Verbindung lösen wird.

„Wenn ich nichts erwarte, kann ich auch nicht enttäuscht werden.“

Manche Menschen entwickeln aufgrund ihrer Erfahrungen die Einstellung, dass die Erwartung auf etwas Positives, lediglich noch mehr Enttäuschung nach sich zieht. Sie denken, dass sie mit einer Haltung von Skepsis, Misstrauen und Zweifel dem Leben realistisch begegnen können. Ihre Freude halten sie bewusst niedrig und glauben wenig an Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen. Aufmunterungen werden mit ‚Ja aber …‘ – Sätzen wegdiskutiert. Hinter all dem Schwermut versteckt sich eine enttäuschte Person, die nicht (mehr) an eine hoffnungsvolle Zukunft glauben will.
Pessimismus ist nicht angeboren, sondern ein erlerntes Verhalten. Pessimisten werden von Optimisten angezogen, die aufblühen, wenn sie Licht ins Dunkle bringen können. Doch anhaltende Negativität wird mit der Zeit auch den optimistischsten Partner entkräften und vertreiben.

Beziehungssaboteure zu kennen und sie in einer Beziehung identifizieren zu können, bietet die Chance, Verhaltensweisen so auszurichten, dass für beide das Miteinander wieder stimmig wird. Dies bedarf natürlich den Willen nach Veränderung und dazu auch Initiative und Ausdauer. Schon die Entschlossenheit einer Person aktiv aus der aktuellen Situation auszusteigen und etwas Neues zu wagen, bringt Bewegung in Ihre Paarbeziehung.
Sie müssen sich nicht alleine mit Ihrer ganz persönlichen Beziehungssituation auseinandersetzen. Holen Sie sich hierbei Unterstützung in begleitenden Gesprächen bei Berater/innen, Coaches oder Psychotherapeuten.