Was ist Selbstliebe?

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Immer und immer wieder dröhnt es aus allen Ecken: Du musst dich selbst lieben! Doch was ist eigentlich diese Selbstliebe? Lass mich dich gerne hier aufklären.

Beginnen wir direkt mit folgendem Mythos: Erst wenn du dich selbst liebst, können andere dich lieben. 

Wäre das nicht schrecklich, wenn dem so sei? Dann wären wir wohl alle ungeliebt. 

Diese Aussage ist nicht nur falsch, sondern drückt gleichzeitig eine Bedingung aus! Erst wenn…, dann….
Die wahrhaftige, reine Liebe ist jedoch niemals an Bedingungen geknüpft. 

Sei dir gewiss, du wirst immer geliebt und mit Sicherheit sogar von mehreren Menschen. 

Doch wahrhaftig berühren und glauben, wirst du all den liebevollen Worte, Gesten und Zuwendungen, wenn du dich selbst als eine liebenswerte Person anerkennst und aus deinem tiefen Inneren weißt, dass du dir Liebe niemals verdienen musst.


Lass uns mal ganz von vorne starten:

Was ist eigentlich Selbstliebe?

Selbstliebe bedeutet, dass du dich selbst so annehmen kannst, wie du bist. Du akzeptierst dich mit all deinen Stärken und vermeintlichen Schwächen, Fehlern, Makeln, Fehltritten usw.. (Selbstliebe = Selbstannahme und Selbstakzeptanz)

Selbstliebe setzt sich zusammen aus: Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstachtung, Selbstvertrauen, Selbstfürsorge, Selbstverwirklichung, Selbstverantwortung.

Mit der Selbstwahrnehmung betrachtest oder beobachtest du dich und nimmst dich in deiner Gesamtheit mit all deinen Facetten wahr. Du urteilst oder bewertest nicht, sondern sammelst über deine Sinnesorgane einfach nur Eindrücke über dich. 

Durch diese Selbstwahrnehmung erlangst du Selbsterkenntnis. Du wirst dir also selbst bewusster. Selbstbewusstsein hat mehrere Bedeutungsebenen. Hier ist es lediglich die bewusste Wahrnehmung deiner Selbst. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird es oft für das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, also dem selbstsicheren Auftritt, genutzt.

Durch deine Selbstbewusstheit wird dir klar, welche und vor allem wie viele Fähigkeiten in dir stecken. Dadurch gibst du dir selbst einen eigenen Wert, den Selbstwert

Deine Selbstwertschätzung entsteht durch die Bewertung deiner Begabungen, Eigenschaften, Leistungen – oft im Vergleich mit anderen. 

In deiner Einschätzung darüber zeigt sich deine Selbstachtung. Selbstachtung drückt aus, wie würdig du dich fühlst, dir selbst respektvoll und wertschätzend zu begegnen.

Selbstvertrauen bedeutet, dass du auf deine eigenen Kräfte und Fähigkeiten vertraust. Dein Vertrauen in dich selbst setzt sich aus deiner Selbstwahrnehmung und deinem Selbstwert zusammen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil zur vollumfänglichen Selbstliebe ist die Selbstfürsorge. Das bedeutet, dass du dir ganz bewusst deine Aufmerksamkeit und Fürsorge schenkst und dich selbst liebevoll umsorgst. 

Zur Selbstfürsorge gehört auch deine Selbstverwirklichung. Es ist letztendlich deine Erlaubnis, dein Leben mit allen Sinnen und Möglichkeiten voll auszukosten und zu genießen.

Die Selbstverantwortung drückt deine Bereitschaft aus, für deine Gedanken, deine Gefühle, deine Handlungen und auch deine Unterlassungen die volle Verantwortung zu übernehmen. Du allein bist die/der Gestalter/in deines Erdendaseins. Alles, was du erlebst oder auch nicht erfährst, liegt in deiner Macht.


Wie du liest, setzt sich die Selbstliebe, aus mehreren Puzzleteilchen zusammen, die dir helfen, dich selbst wahrhaftig anzunehmen und mit deinen einzigartigen Facetten zu akzeptieren.

Die oft dahin gesprochene Phrase: „Du musst dich nur selbst lieben.“ sorgt daher oft für Frustration. Zum einen bleibt es völlig offen, warum diese eine Person das zu dir sagt und zum anderen, was sollst du nun tun? 

Eine Frau blickt nachdenklich zur Seite und fragt sich was Selbstliebe eigentlich ist.

Was Selbstliebe u.a. beinhaltet, das erfährst du in den nächsten Punkten.
Doch lass mich zuvor noch auf folgende Frage eingehen:

Warum solltest du dich selbst lieben?

Selbstliebe ist tatsächlich eine sehr gute Basis für wundervolle Beziehungen. Und wunderbare Beziehungen bedeuten ein großartiges, gelingendes Leben.

Mit Beziehungen meine ich alle Menschen, mit denen du in Verbindung stehst. Also auch deine Arbeitskollegen, deine Nachbarn, Menschen, denen du im Alltag begegnest, deine Familie, Kinder, deine Freunde und natürlich auch deinem Partner/deiner Partnerin.

  • Wenn du dich selbst so annehmen kannst, wie du bist, fällt es dir leichter auch dein Umfeld in seiner Verschiedenartigkeit zu akzeptieren.
  • Indem du dir selbst bewusst bist und dich als wertvoll betrachtest, fühlst du dich von Aussagen nicht persönlich getroffen, bist weniger angriffslustig und vermeidest dadurch viel Streit. 
  • Wenn du in dich und deinen Fähigkeiten vertraust, werfen dich Probleme, Kritik, falsche Entscheidungen, Missgeschicke nicht mehr völlig aus der Bahn. 
  • Deine Selbstliebe hilft dir dabei, auf eine angemessene Art mit deinen Herausforderungen umzugehen, bei dir zu bleiben, daraus zu lernen und daran zu wachsen.
  • Wenn du in einer liebevollen Verbindung zu dir selbst bist, weißt du genau, was dir guttut und was weniger. Somit fällt es dir leichter deine Bedürfnisse mitzuteilen, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen, zu dem was dir missfällt.

Zusammengefasst, mit einer guten Portion Selbstliebe ruhst du in dir, bist ausgeglichener, toleranter, freundlicher, großzügiger, gelassener, blickst positiver in die Welt und wirkst dadurch sehr anziehend, weil du eine gute Energie verbreitest, in der sich Menschen gerne aufhalten.

Wie erkennst du, wie es um deine Selbstliebe steht?

Beantworte einfach mal ganz ehrlich diese Fragen:

  1. Findest du andere Menschen oft hübscher, intelligenter und erfolgreicher als dich?
  2. Hast du häufig das Gefühl nicht gut genug zu sein?
  3. Glaubst du, dass andere mehr Glück im Leben haben als du?
  4. Fällt es dir schwer, gegensätzliche Meinungen zu tolerieren?
  5. Tust du dich schwer damit, Zeit mit dir alleine zu verbringen?
  6. Sind dir Komplimente eher unangenehm?
  7. Gibt es Ereignisse, die in dir noch immer heftige Gefühle wie Schmerz, Wut oder Rachegelüste auslösen?
  8. Plagen dich öfters Schuldgefühle?
  9. Stellst du deine eigenen Wünsche häufig hinten an?
  10. Fällt es dir schwer, deine Anliegen zu kommunizieren? 

Je öfter du mit JA geantwortet hast, desto intensiver darfst du dich deiner Selbstliebe zuwenden und sie wachsen lassen.


„Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.“ 
Oscar Wilde


Kommen wir nun zum vielleicht wichtigsten Punkt: Wie entwickelst du bzw. wie wächst deine Selbstliebe?

So stärkst du deine Selbstliebe.

  • Sammle alle Punkte, die du an dir magst. (Und hole sie immer wieder hervor, wenn du an dir zweifelst.)
  • Werde dir deiner Stärken und Fähigkeiten bewusst. Schreibe sie dir auf! Frage auch gerne dein Umfeld, was sie an dir schätzen.
  • Notiere dir alle deiner bisherigen Erfolge. (Ja, auch das bestandene Seepferdchen, Schulprüfungen und andere deiner herausragenden Leistungen. Und NEIN!, nicht alle haben das erreicht, was dir gelungen ist.)
  • Stoppe das Vergleichen mit anderen. (Vergleichen ist die moderne Form der Selbstverletzung. -> Das ist mein eigenes Zitat dazu.)
  • Erkenne deine eigenen Werte. Wofür stehst du? Was ist dir wichtig?
  • Verabschiede dich von deinem inneren Kritiker. (Bye, Bye! 🙋🏻‍♀️)
  • Lerne, deine Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern. (Das stärkt dein Selbstbewusstsein und deine Selbstfürsorge.)
  • Achte auf deine Sprache und wähle positive Worte. (Und kreiere dir damit selbst Wohlfühlmomente.)
  • Tue mehr von dem, was dir guttut. (Liste anlegen zum Erinnern!)
  • Gewöhne dir Rituale an, die dich nähren und für gute Stimmung sorgen.
  • Baue dir ein dich stärkendes Umfeld auf. 

Was bedeutet Selbstliebe für dich? Hat sich durch den Artikel ggf. deine Sicht darauf verändert? Lass es mich gerne im Kommentar wissen. Und stell mir auch deine Frage, falls du eine hast.

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Wer schreibt denn hier?

Porträt Steffi Linke, Coach bei Liebe und Beziehungen, Praxis für Lebens- und Liebesglück


Hey, ich bin Steffi und ich bin überzeugt davon, dass jeder glückliche, erfüllte Beziehungen leben kann, wenn wir verstehen, dass alles bei uns selbst beginnt.

Viele machen die Liebe verantwortlich, dass sie nicht glücklich macht, dass sie verletzt und weh tut oder dass sie schwer zu finden und auch zu halten sei.

Doch es ist nicht die Liebe, die für all das verantwortlich ist, sondern es ist das, wie wir über sie denken und was wir von ihr halten.
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